Quer durch die Worte kommen Reste von Licht. (Franz Kafka)

 

Sehet die Wildente,

schöner und schneller als ihr zahme Verwandte – wie sie herrlich und leicht sich aus dem fallenden Tau emporhebt und über der Niederung dahinschwingt: so auch der freie und wilde Gedanke!

Kurz gesagt, alle guten Dinge sind wild und frei. Es liegt etwas im Wesen der Musik, ob sie nun von einem Instrument oder der menschlichen Stimme herrührt (man denke z. B. an den Klang des Waldhorns in der Sommernacht), das mich in seiner Wildheit (ohne jede Ironie) an die Schreie wilder Tiere in ihren Ursprungswäldern gemahnt. Hier spüre ich so viel Wildheit, wie ich verstehen kann. Meine Freunde und Nachbarn seien wilde Menschen, nicht zahme Leute! Und dabei ist die Wildheit solcher „Rohlinge“ nur ein schwaches Abbild jener natürlichen Ungezwungenheit, mit der sich gute Menschen und Liebende begegnen.

Aus: Vom Wandern (Walking)

 

 

 
Ausschnitte aus: Vom Glück des Ungehorsams
Die Lebensgeschichte des Henry David Thoreau

© Heiner Feldhoff

   
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