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Quer durch die Worte kommen Reste von Licht. (Franz Kafka)
   
Vom Wandern  
 

 

Vom Wandern

Henry David Thoreau

 

Verlag der Manufactur        Burkhart Weecke                        Horn am Externsteine 1983

 

Aus dem Amerikanischen          von Heiner Feldhoff

121 Seiten

ISBN 3-88080-023-5

 

H. D. Thoreau vor 150 Jahren:

Die Natur ist eine Persönlichkeit, so gewaltig, so allumfassend, daß wir bisher keines ihrer charakteristischen Merkmale gesehen haben.

In ihrer Reaktion auf die Natur erscheinen mir die Menschen größtenteils - ungeachtet aller ihrer Künste - niedriger als Tiere.

Das Gehölz des Geistes ist gefällt, verkauft, um nutzlose Flammen des Ehrgeizes zu nähren ...

Wenn eine Aufgabe von geringer Bedeutung erledigt werden soll, so tut dies der eine Mensch mehr oder weniger so gut wie der andere; bei höherem gesellschaftlichen Nutzen ist die persönliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen.

Wald und Wildnis verdankt die Menschheit stärkendes Tonikum, schützende Rinde. Unsere Vorfahren waren Wilde.

Ich glaube an den Wald, an die Wiese und an die Nacht, in der das Korn wächst.

Es ist zu spät, um Hebräisch zu lernen; die lebendige Sprache von heute gilt es zu verstehen.

Fast alle zivilisatorischen Fortschritte, z.B. das Errichten von Häusern oder das Abholzen des Waldes - ach, all der alten Bäume! - verunstalten heutzutage die Landschaft und machen sie mehr und mehr fade und ausdruckslos.

Das ist doch bloße Sentimentalität, die tagsüber im Bett liegt und sich hehr und rein vorkommt, aber weit entfernt ist von der Bräune und den Schwielen der Erfahrung.

Für gut hielte ich es, wenn unser ganzes Leben eine göttliche Tragödie wäre anstatt dieser trivialen Komödie oder Posse.